Teilweise verfehlte Stadtentwicklung der Stadt Schwerte im Wohnungsbau ?

Zur Wohnraumsituation in Schwerte wollen wir versuchen, mit den Fakten, die uns zur Verfügung stehen, die Situation der Wohnungen und Einfamilienhäusern in Schwerte darzustellen.
Betrachten wollen wir auch, wie sich der Bedarf in Zukunft entwickeln soll.

 Stützen werden wir uns unter anderem auf das Kommunale Handlungskonzept Wohnen von 2016, welches die Stadt Schwerte bei der InWIS Forschung & Beratung GmbH in Bochum beauftragt hatte.

Der Artikel wird etwas umfangreicher und wird  in mehrerer Teile aufgeteilt:

  • 1. Die Bestandszahlen und Prognosen aus dem Kommunalen Handlungskonzept Wohnen
  • 2. Die Bauaktivitäten in der Stadt Schwerte unter Berücksichtigung der Bedarfszahlen.
  • 3. Mögliche Rückschlüsse zur  Stadtentwicklung der Stadt Schwerte und was vielleicht sinnvoller wäre. (folgt)

1.Wie sich die Situation darstellt und was bis 2030 geschehen soll?

Die Fakten stammen aus dem Kommunalen Handlungskonzept Wohnen der Stadt Schwerte von 2016.

(Nachzulesen: https://ratsinfo.schwerte.de/bi/to0050.php?__ktonr=23814 )

Um den Bedarf an Wohnungen und Einfamilienhäusern einschätzen zu können, sind zunächst zwei Faktoren zusätzlich zu betrachten.

Entwicklung der Einwohnerzahl in Schwerte  und

Prognose der zu erwartenden Altersstruktur

Die Einwohnerzahl der Stadt Schwerte ist rückläufig.

Einwohner
200649.386
201347.615
201946.195
203045.186(Prognose)
(Quelle: Konzept S.9 und folgend)

Die Altersstruktur der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schwerte wird sich bis 2030 erheblich ändern.

0 – 6 Jahre– 3 %
6 – 18 Jahre– 11 %
18 – 25 Jahre– 24 %
25 – 30 Jahre– 12 %
30 – 50 Jahre– 12%
50 – 65 Jahre– 6 %
65 – 80 Jahre+ 17 %
über 80 Jahre+ 57 %
(Quelle: Konzept S.21)

Warum die Bürgerinnen und Bürger unter 65 Jahre die Stadt Schwerte verlassen und die Netto-Einwohnerzahl rückläufig ist, mögen andere bewerten und soll hier nicht betrachtet werden. Es zeigt im weiteren Verlauf aber, dass in Schwerte vielleicht nicht bedarfsgerecht gebaut wird.

Dazu ein paar Bedarfszahlen aus dem Konzept

Der jährliche Bedarf an Eigenheimen wurde im Konzept folgendermaßen dargestellt:
Bedarf Eigenheime (DH, RH, EFH) jährlich

bis 2020von 2021 bis 2025von 2026 bis 2030
743315
(Quelle: Konzept S.27)

Der Bedarf ist seit 2020 rückläufig. Dazu kommt, dass bei der Auswertung der Immobilienanzeigen verstärkt preiswerte (gebrauchte) Häuser gesucht und gekauft wurden.

Anders ist der jährliche Bedarf an Eigentums- und Mietwohnungen.
Die Eigentumswohnungen sind deshalb wichtig, weil sie zum großen Teil vermietet werden

bis 2020von 2021 bis 2025von 2025 bis 2030
geförderte Wohnungen7488
frei finanz. Wohnungen652
Eigentumswohnungen25158
Gesammtbedarf1052818
(Quelle: Konzept S.27)

Davon können zwei Erkenntnisse abgeleitet werden.
1. Der Bedarf an Eigentumswohnungen ist rückläufig
2. Viel stärker ist der Bedarf an gefördertem Wohnraum.

Das zeigt sich auch im Bestand der geförderten Wohnungen.

Dadurch, dass bei Wohnungen die öffentliche Förderung ausläuft – aber nicht genügend neu gebaut werden, ist der Bestand bis 2030 nur noch zur Hälfte vorhanden.

(Quelle: Konzept S. 42 + 57)

WohnungenWohnungen
20071882neu gebaut10
20161521neu gebaut12
2030768(Prognose
(Quelle: Konzept S. 42 + 57)


Auch kann durch die Entwicklung der Altersstruktur der Bürgerinnen und Bürger abgeleitet werden, dass innenstadtnaher Wohnraum, der altersgerecht sein sollte, einen erheblichen Mehrbedarf darstellen wird.

weiter im 2. Teil

2. Bauaktivitäten in der Stadt Schwerte